Von den Socken

Es war einmal – vor etwa vierzig Jahren – ein geschickter Mann und seine gewitzte Frau. Sie waren Marktfahrer, verkauften Socken und lebten auf der Höri am Bodensee, der weithin „das schwäbische Meer“ genannt wird.

Tagein tagaus beluden sie ihr riesiges Verkaufsmobil mit vielerlei guten Socken, fuhren in eine Stadt oder ein Dorf, in der gerade Jahrmarkt war und boten dort ihre feine Ware feil. Sie verkauften eine sorgfältige Auswahl des Besten vom Allerbesten und waren bald überall am See bekannt für die hervorragende Qualität ihrer Waren.

Als – nach vielen Jahren – das Marktfahrerdasein beschwerlich wurde, war die Zeit gekommen, dem Sockenhandel ein Ende zu setzen. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge setzten sich die Beiden in ihrem Schloss zur Ruhe. Mit dem Sockenhandel hatten sie sich ihren Lebensabend redlich verdient.
Und hier könnte die Geschichte zu Ende sein.

Doch die Socken gibt es ja noch und sie warten darauf, über Füsse gezogen zu werden, sie zu wärmen und vor Druckstellen zu bewahren. Umso schöner, dass es sie jetzt auf einem Markt gibt, der wie von Zauberhand zu jeder Zeit und von jedem Ort aus besucht werden kann. Und nach wenigen Tagen werden diese himmlisch bequemen Bodenseesocken von einem flinken Boten bis zur Haustür geliefert und sind schließlich da, wo sie hingehören: an glücklichen Füßen, wo sie gebraucht und geschätzt werden.

Und die Sockenkönigin und der Sockenkönig vom Bodensee lächeln.

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